„Mama, sind wir arm?“ – Diese Frage kommt unerwartet. Vielleicht beim Einkaufen, wenn du „Nein, heute nicht“ sagst. Oder beim Abendessen, wenn dein Kind vom neuen Spielzeug seiner Freundin erzählt. In solchen Momenten wird klar: Kinder denken über Geld nach lange bevor wir mit ihnen darüber reden.
1. Kinder beobachten und übernehmen
Schon im Kindergartenalter beginnen Kinder, Muster zu erkennen: Wer zahlt? Wer spricht über Geld – und wie? Studien zeigen: Kinder prägen sich Verhalten und Haltung stärker ein als Worte. Wenn du beim Online-Banking seufzt oder am Supermarkt-Regal zögerst, speichert dein Kind nicht die Zahl sondern dein Gefühl.
2. 5 Alltagssituationen, in denen Kinder Geld erleben
- Beim Einkaufen: „Warum kaufst du das und das nicht?“
- Beim Taschengeld: „Wofür darf ich es ausgeben?“
- Beim Streit ums Geld: „Warum sagt Papa, das ist zu teuer?“
- Beim Zahlen mit Karte: „Ist das Geld, das du da schiebst?“
- Beim Sprechen über Wünsche: „Können wir uns das leisten?“
Jede dieser Szenen ist eine Lernchance und eine Prägung.
3. Reflexionsfragen: Was gibst du (unbewusst) weiter?
- Welche Sätze sagst du oft? („Geld wächst nicht auf Bäumen…“)
- Wie fühlst du dich, wenn du über Geld sprichst – gelassen, euphorisch, gestresst, unsicher, genervt?
- Welche Rolle spielt Geld in deiner Familie: Tabu, Machtmittel, Mangel oder Möglichkeit?
4. Mini-Challenge: Deine Geldsätze umformulieren
Schreibe spontan 3 typische Geldsätze auf, die du von dir kennst. Zum Beispiel: „Das können wir uns nicht leisten.“ und formuliere sie aktiv um. Zum Beispiel: „Dafür können wir gemeinsam sparen.“
Ein einziges Wort kann die ganze Haltung verändern.
5. Was du jetzt tun kannst
- Werde dir deiner eigenen Prägung bewusst.
- Beobachte deinen Alltag mit Kinderaugen.
- Beginne kleine, ehrliche Gespräche – ohne Druck, ohne Vortrag.
Denn bevor du über Geld sprichst, sprich durch dein Verhalten.
Buchtipp: „Über Geld spricht man doch“ von Claudia Müller und Isabel Sorg – ein ehrlicher, starker Appell an Eltern: Du bist das wichtigste Vorbild. Nicht mit deinem Kontostand, sondern mit deiner Haltung.
