Interview mit den Gründern Sabrina Haas und Christian Vornehm:
„Kinder sollen früh erleben: Geld ist kein Stressfaktor, sondern ein Werkzeug“
1.Warum ist culah eine echte Herzensangelegenheit?
2.Welche Probleme löst culah und warum sind diese gesellschaftlich relevant?
3.Warum ist genau jetzt die richtige Zeit für culah?
4.Welchen langfristigen Mehrwert haben Familien durch die Nutzung von
culah?Was fördert culah abgesehen von Finanzplanung?
5.Was sind Ihre persönlichen Learnings aus der Gründung des Start-ups
„culah“?
1. Warum ist culah eine echte Herzensangelegenheit?
Sabrina Haas: culah ist nicht aus einem Business-Case entstanden, sondern aus dem Alltag von zwei Eltern. Ich bin alleinerziehend und habe selbst erlebt, wie stark finanzielle Unsicherheit das Denken, die Entscheidungen und das Selbstwertgefühl beeinflusst. Mir wurde klar: Unsere Kinder lernen in der Schule so vieles, aber nicht, wie Geld funktioniert, wie man mit Konsumdruck umgeht oder wie man eigene Träume finanziell plant.
Gleichzeitig sehe ich bei meinen eigenen Kindern, wie früh sie mit Themen wie In-Game-Käufen, Marken, Sammelhypes oder Social Media Konsum
konfrontiert werden. Mit culah möchten wir den Kreislauf aus ‚Geld ist kompliziert‘ und ‚Darüber spricht man nicht‘ durchbrechen. Kinder sollen
früh erleben: Geld ist kein Stressfaktor, sondern ein Werkzeug. Das ist für mich keine Produktidee. Das ist ein gesellschaftlicher Auftrag.
Christian Vornehm: Meine Kinder sind schon erwachsen. Und wie alle Eltern, wollte ich sie bestmöglich auf ihr eigenes Leben vorbereiten. Ich wollte ihnen Dinge mitgeben, von denen ich denke, dass sie ihnen das Leben erleichtern können. Im erwachsenen Leben dreht sich vieles um Geld und oft sind eher Sorgen als Freuden damit verbunden. Ich wäre äußerst dankbar gewesen, hätte ich meine Kinder mit einem umfangreichen Wissen über den klugen Umgang mit Geld ausstatten können. Mit culah sehe ich die Chance, anderen Eltern genau diese Möglichkeit zu geben, die ich damals nicht hatte.
2. Welche Probleme löst culah und warum sind diese gesellschaftlich relevant?
Sabrina Haas: Finanzbildung ist Bildungs- und Chancengerechtigkeit. culah adressiert daher gleich mehrere strukturelle Probleme:
- Finanzielle Bildung findet kaum statt. In Deutschland hängt finanzielle Kompetenz stark vom Elternhaus ab. Das verstärkt soziale Ungleichheit.
- Geld ist emotional aufgeladen. Viele Erwachsene tragen unbewusste Geld Glaubenssätze mit sich. Diese werden unreflektiert weitergegeben.
- Konsum beginnt immer früher. Kinder wachsen in einer Welt aus digitalen Käufen, Hypes und Abos auf – ohne Orientierung.
- Familien sprechen zu wenig strukturiert über Geld. Finanzen sind oft ein Konfliktthema statt ein gemeinsames Projekt.
- culah fördert den reflektierten Umgang mit Geld. Gesellschaftlich relevant ist das, weil finanzielle Selbstwirksamkeit eine Schlüsselkompetenz ist. Wer früh versteht, wie Geld funktioniert, entwickelt höhere Zukunftsorientierung, bessere Entscheidungsfähigkeit, geringere Verschuldungswahrscheinlichkeit und mehr unternehmerisches Denken.
Christian Vornehm: Bei culah werden reale Geldvorgänge in einem sicheren Umfeld virtuell abgebildet. Kinder können den Umgang mit Geld ausprobieren, dürfen Fehler machen und lernen zu verstehen, welche Konsequenz ihr Handeln (oder Nichthandeln) hat.
3. Warum ist genau jetzt die richtige Zeit für culah?
Sabrina Haas: culah ist kein ‚noch eine App‘, sondern eine Antwort auf eine veränderte Lebensrealität. Wir erleben gerade mehrere parallele Entwicklungen: Digitale Zahlungsmittel ersetzen Bargeld, Kinder sind vermehrt Zielgruppe für Konsumgüter wie zum Beispiel In-Game-Käufe. Die Inflation und wirtschaftliche Unsicherheit beschäftigen Familien. Eltern suchen aktiv nach Tools für bewusste Erziehung. KI ermöglicht personalisierte Lernbegleitung. Gleichzeitig wird klar: Das Schulsystem allein kann diese Lücken nicht schließen.
5. Was fördert culah abgesehen von Finanzplanung?
Christian Vornehm: culah macht aus Geld kein Tabuthema, sondern ein Familienprojekt und legt damit den Grundstein für eine Generation, die finanziell selbstbewusst, reflektiert und verantwortungsvoll handelt. Sabrina Haas: culah ist nicht nur eine Finanz-App. Es ist ein Familien-Tool.
culah stärkt den Familienzusammenhalt, die Dialogkultur, das zielorientierte Denken und die Selbstwirksamkeit. culah gibt Struktur, Übersicht und vermittelt Werte wie Sparen, Ausgeben und Teilen.
6. Was sind Ihre persönlichen Learnings aus der Gründung des Start-ups „culah“?
Christian Vornehm: Es gibt keine wirkliche Blaupause dafür, ein Start-up zu sein. Es braucht die Idee, den Willen, die Anstrengung, ein gewisses Maß an Naivität und letztlich den Mut, einfach loszulegen. Aus einem Projekt wird Ambition, daraus dann ein Unternehmen. Der Weg ist selten geradlinig und verlangt einem Flexibilität genauso wie Gelassenheit ab. Aber irgendwie funktioniert’s, solange man in dieselbe Richtung blickt.
Sabrina Haas: culah ist nicht das erste Unternehmen, das ich gründe – aber das erste, das aus einer sehr persönlichen Motivation heraus entstanden ist. Ich habe gelernt, dass genau darin eine große Stärke liegt: Wenn eine Idee aus einer echten Erfahrung entsteht, trägt sie einen durch die vielen Höhen und Tiefen der Gründung. Für mich war es besonders wertvoll zu sehen, wie aus einer sehr persönlichen Frage – wie wir unsere Kinder besser auf den Umgang mit Geld vorbereiten können – Schritt für Schritt ein Unternehmen geworden ist, das viele Familien erreichen kann
