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Taschengeld Unterschiede zwischen Mädchen und jungen

Samstagvormittag: Dein Sohn hat das Auto gewaschen und bekommt fünf Euro in die Hand gedrückt. Deine Tochter deckt seit Wochen jeden Abend den Tisch – dafür gibt es ein Lächeln und ein „Danke, Schatz“. Beides fühlt sich richtig an. Und genau so, in tausend kleinen Alltagsmomenten, entsteht ein Unterschied, den kaum jemand bewusst macht: Jungen haben am Monatsende mehr Geld in der Tasche als Mädchen.

Taschengeld Gender Gap: Was die Zahlen zeigen

Der Bling Taschengeldreport 2025 hat nachgezählt: Jungen erhalten im Schnitt 58 Euro im Monat, Mädchen 56 Euro. Zwei Euro – klingt nach wenig. Aber die Zahl umfasst alle Geldzuflüsse: Taschengeld, Geldgeschenke, Belohnungen, Budgetgeld. Und sie erzählt eine größere Geschichte.

Beim Taschengeld sind Eltern fair

Denn hier wird es spannend: Eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) aus dem Jahr 2022 fand beim festen, regulären Taschengeld in Deutschland keinen Unterschied zwischen Mädchen und Jungen. Wo Eltern bewusst einen Betrag vereinbaren, behandeln sie ihre Kinder gleich. Der Unterschied entsteht woanders – in den ungeregelten Extras: spontane Zuschüsse, bezahlte Aufgaben, Geld auf Zuruf. Genau dort, wo niemand hinschaut, wirken alte Muster.

Internationale Studien zeigen drei davon besonders deutlich:

Muster 1: Bezahlte Jobs für ihn, selbstverständliche Hilfe für sie

Jungen übernehmen häufiger Aufgaben, die als „bezahlwürdig“ gelten – Rasen mähen, Auto waschen. Mädchen helfen mehr im Haushalt, was als selbstverständlich durchgeht. Eine australische Untersuchung der Westpac-Bank fand: Jungen bekamen für 2,1 Stunden Hausarbeit pro Woche mehr Geld als Mädchen für 2,7 Stunden – und wurden rund 15 Prozent häufiger überhaupt für Aufgaben bezahlt.

Muster 2: Er fragt, sie wird belohnt

Jungen fordern Geld aktiv ein – und bekommen es. Mädchen erhalten Geld eher als Belohnung für gutes Verhalten. Das Muster begleitet sie ins Berufsleben: Beim Einstiegsgehalt verhandeln deutlich mehr Männer als Frauen. Verhandeln lernt man eben nicht mit 30 im Gehaltsgespräch, sondern am Küchentisch.

Muster 3: Sie bekommt das Ding, er bekommt das Geld

Wünsche von Mädchen – häufig genannt: Kleidung, Kosmetik – kaufen Eltern häufiger direkt mit. Jungen bekommen für Games und App-Käufe eher Bargeld oder Guthaben. Klingt harmlos, hat aber eine Folge: Mädchen haben weniger eigenes Geld in der Hand – und damit weniger Übung darin, selbst zu entscheiden, abzuwägen und auch mal danebenzugreifen.

Dazu kommt ein leiser Unterton, den viele Familien kennen: Mit Söhnen wird eher über Verdienen und Investieren gesprochen, mit Töchtern über Haushalten und Sparen. Nicht aus Überzeugung – sondern weil wir es selbst so gelernt haben.

Warum das nicht egal ist

Das Taschengeld-Gap von heute spiegelt den Gender Pay Gap von morgen – und die ungleiche Verteilung unbezahlter Sorgearbeit gleich mit. Kinder lernen aus diesen Alltagsmomenten, was ihre Arbeit wert ist, wem Geld „gehört“ und wer danach fragen darf. Dabei geht es nicht gegen Jungen – im Gegenteil: Auch sie gewinnen, wenn Mithelfen im Haushalt für alle selbstverständlich ist und alle Kinder lernen, gut mit Geld umzugehen. Es geht schlicht um gleiche Übungschancen für alle.

Was du konkret tun kannst – drei Dinge reichen für den Anfang

  1. Feste Vereinbarungen statt Bauchgefühl. Gleiche Regeln für alle Kinder – und einmal ehrlich nachrechnen, ob Bruder und Schwester inklusive aller Extras wirklich gleich viel bekommen. Warum ein fester, verlässlicher Betrag ohnehin die beste Basis ist, liest du in „Taschengeld ist kein Mini-Gehalt – 5 Mythen und was Kinder wirklich daraus lernen“.
  2. Aufgaben nicht nach Geschlecht verteilen. Wenn es bei euch bezahlte Extra-Jobs gibt – Auto waschen, Rasen mähen –, dann biete sie deiner Tochter genauso aktiv an wie deinem Sohn. Und umgekehrt: Tisch decken, Spülmaschine ausräumen und Co. sind für alle Kinder selbstverständlich und unbezahlt – auch für Jungen. So lernen beide dasselbe: Manches gehört zum Familienleben dazu, und Extra-Einsatz lohnt sich – egal für wen.
  3.  am wichtigsten: Redet offen über Geld. Mit allen Kindern, besonders mit Mädchen. Wer früh lernt zu fragen, zu verhandeln und für sich einzustehen, muss es später nicht mühsam nachholen.

Wann hast du zuletzt nachgerechnet, was bei euch tatsächlich fließt – Taschengeld, Extras, Direktkäufe, alles zusammen?

Du willst tiefer einsteigen und deinen eigenen Geldmustern auf die Spur kommen? Dann lade dir unser kostenloses Workbook „Geld-Trauma ade“ herunter.

Und wenn du das Ganze im Alltag üben willst: In culah verwaltet dein Kind ein virtuelles Taschengeld, legt eigene Sparziele an und trifft eigene Entscheidungen – nach Regeln, die für alle Geschwister gleich und sichtbar sind. Kein echtes Konto, kein Risiko, aber echte Lernmomente.

Quellen:

Dein Finanzbildungs-Letter


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